Selbstverbesserung - 30. Okt 2025 - 7min
Wie stoppt man Prokrastination?

Daniel Lindner

Prokrastination killt Erfolg. Sie frisst Zeit, Energie und hinterlässt das Gefühl, nie wirklich voranzukommen. Kein Randproblem, sondern einer der größten Bremsklötze für Mindset und echte Ergebnisse. In diesem Artikel geht’s um die wahren Ursachen von Prokrastination, wie du sie erkennst – und was wirklich hilft, um das Aufschieben zu stoppen. Ohne Ausreden. Ohne Schönreden.
Wenn ich ehrlich bin: Prokrastination ist bei mir immer wieder Thema. Nicht, weil ich grundsätzlich faul wäre. Eher, weil es oft tiefer liegt. Viele verwechseln Prokrastination mit Faulheit. Dabei steckt hinter dem ständigen Aufschieben fast nie einfach „keine Lust“. Es ist ein Vermeidungsverhalten – und meistens ziemlich clever getarnt.
Was passiert eigentlich, wenn man ständig aufschiebt? Die Folgen sind oft unterschätzt: Das eigene Selbstvertrauen leidet, die To-Do-Liste wächst, der Stress steigt. Im Kopf bleibt das Gefühl, nie wirklich fertig zu werden. Und irgendwann glaubt man vielleicht selbst, dass man einfach nicht „der Typ“ für Disziplin oder Erfolg ist. Das ist Bullshit. Prokrastination kann man stoppen – aber nicht, indem man sich härter antreibt, sondern indem man versteht, was da eigentlich los ist.
Prokrastination ist das bewusste oder unbewusste Vermeiden von Aufgaben, obwohl man genau weiß, dass sie wichtig sind. Es ist ein Verhaltensmuster, das kurzfristig für Erleichterung sorgt – langfristig aber ziemlich teuer wird.
Typisch im Alltag: Die wichtige Mail bleibt liegen, das große Projekt wird immer weiter nach hinten geschoben, stattdessen räumt man plötzlich die Schublade auf oder liest zum zehnten Mal die Nachrichten. Im Berufsleben sieht das nicht anders aus: Statt an der Präsentation zu sitzen, landet man auf LinkedIn oder checkt zum hundertsten Mal die Mails.
Die Ursachen? Meistens eine Mischung:
Bevor man irgendwas ändert, muss man erst mal ehrlich hinschauen. Wann schiebe ich Aufgaben auf? Warum eigentlich? Und was mache ich stattdessen?
Typische Ersatzhandlungen: Statt den Bericht zu schreiben, fange ich plötzlich an, die Küche zu putzen. Oder ich „recherchiere“ stundenlang, ohne wirklich anzufangen. Die Ausreden sind oft subtil: „Ich habe gerade zu wenig Zeit“, „Ich brauche erst noch mehr Infos“, „Ich muss in der richtigen Stimmung sein“. Alles Quatsch, wenn man ehrlich ist.
Noch spannender wird es, wenn man sich die inneren Blockaden anschaut. Glaubenssätze wie: „Ich bin eh nicht gut genug“, „Das schaffe ich sowieso nicht“, „Ich arbeite unter Druck besser“. Diese Sätze laufen oft im Hintergrund – und sind meistens der eigentliche Grund, warum man nicht loslegt.
Mein Tipp: Schreib mal einen Tag lang auf, was du aufschiebst und welche Gedanken dabei auftauchen. Das ist manchmal unangenehm, aber ziemlich erhellend.
Ohne klares Ziel wird jede Aufgabe zur Qual. Das klingt hart, aber es stimmt. Je unklarer der Sinn oder das Ziel einer Aufgabe, desto größer die Gefahr, dass man sie aufschiebt.
Was hilft? Erstmal ehrlich hinterfragen, warum die Aufgabe überhaupt gemacht werden muss. Geht es nur darum, irgendwas abzuarbeiten – oder steckt ein echter Sinn dahinter? Je besser man es schafft, die Aufgabe mit eigenen Zielen (oder den Zielen des Teams, der Firma) zu verbinden, desto leichter fällt es, ins Tun zu kommen.
Ein häufiger Fehler: Man nimmt sich zu viel auf einmal vor. Große Projekte wirken dann wie ein unüberwindbarer Berg. Besser: In kleine, machbare Schritte aufteilen. Und ganz wichtig: „Fertig“ realistisch definieren. Perfektionismus ist oft nur die schickere Form von Aufschieberitis. Lieber unperfekt starten als ewig warten.
Es gibt jede Menge Tipps und Methoden, aber nur wenige funktionieren wirklich langfristig. Hier die Strategien, die ich selbst getestet habe – und die wirklich einen Unterschied machen:
Digitale Tools können helfen, aber sie ersetzen keine Disziplin. Trotzdem: Ohne gutes Aufgabenmanagement wird’s schnell chaotisch.
Ich nutze zum Beispiel Asana, um meine Aufgaben sichtbar zu machen und Fortschritte zu tracken. Das hilft, den Überblick zu behalten und Routinen zu etablieren. Gerade bei größeren Zielen kann man so eigene ToDos mit übergeordneten Projekten und Zielen verknüpfen.
Andere Tools wie Todoist, Trello oder Notion funktionieren ähnlich. Wichtig ist, dass du ein System findest, das zu dir passt – und es auch wirklich nutzt. Ich merke bei mir: Wenn ich Aufgaben konsequent digital manage, bleibt weniger liegen. Aber das Tool ersetzt nicht das Anfangen – leider.
Das Schwierigste ist nicht der Start, sondern das Dranbleiben. Und ganz ehrlich: Es gibt immer wieder Rückschläge. Tage, an denen einfach nichts geht. Das ist normal.
Wichtig ist, sich davon nicht komplett aus der Bahn werfen zu lassen. Selbstmitgefühl hilft mehr als Selbstvorwürfe. Kleine Fortschritte zählen – auch wenn sie unspektakulär sind. Perfektion ist nicht das Ziel.
Wenn du merkst, dass dich Prokrastination über längere Zeit komplett blockiert oder psychisch runterzieht, hol dir Unterstützung. Manchmal steckt mehr dahinter als „nur“ Aufschieberitis.
Prokrastination ist kein Zeichen von Schwäche. Sie zeigt, dass irgendwo etwas nicht stimmt: Klarheit, Sinn, Selbstvertrauen oder einfach zu viel auf einmal. Wer das erkennt, ist schon weiter als die meisten.
Wirklich entscheidend ist, ehrlich hinzuschauen, eigene Muster zu erkennen und kleine, machbare Schritte zu gehen. Es braucht keine perfekten Routinen, keine 100% Disziplin. Sondern den Mut, einfach mal anzufangen – und dran zu bleiben, auch wenn’s mal nicht läuft.
Ganz ehrlich: Es wird immer wieder Tage geben, an denen du aufschiebst. Aber je öfter du den ersten Schritt machst, desto leichter wird’s. Das ist nicht perfekt, aber realistisch. Und genau darauf kommt’s an.
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